Java Trends 2008
Geschrieben von: Markus Junginger in Java, tags: 2008, Apple, Client, Eclipse, iPhone, Java 7, JBoss, JEE, JEE 5, JEE 6, Mobile, Netbeans, RichFaces, Scala, Seam, Trends, Web BeansDer Jahreswechsel ist immer ein guter Anlass, einen Ausblick auf das kommende Jahr zu wagen. Was bringt also das Jahr 2008 an Neuerungen und Veränderungen für Java? Welche Technologien setzten sich durch und welche nicht? Im Folgenden möchte ich bestehende Trends aufgreifen, die ich persönlich für vielversprechend für 2008 halte.
Dass JSF als JEE Standard immer mehr Verbreitung findet, ist eigentlich absehbar. Im Zuge dessen würden sich wohl auch ein paar AJAX-fähige und Mashup JSF Komponenten etablieren. Insbesondere die RichFaces Komponenten von JBoss haben gute Chancen, während Apache MyFaces sich sich anstrengen muss um nicht den Anschluss zu verlieren. Vor allem bis sich JEE 6 (insbesondere Web Beans) 2009 etablieren wird, hat JBoss Seam hier die Chance eine Lücke füllen und somit weitere Marktanteile zu sichern. Andere Web Frameworks, die nicht auf JSF setzen, bleiben zwar als Alternativen bestehen, aber werden Probleme haben weiter wachsen.
Open-Source Applikationsserver werden vermehrt Einzug in Unternehmen finden. Bea Weblogic und IBM Websphere werden es noch schwerer gegen die offenen Alternativen haben, insbesondere Glassfish und JBoss. Die Open-Source Server punkten insbesondere bei den neuen JEE Standards 5 und 6, da sie Innovationen schneller und stabiler zur Verfügung stellen können.
Spring könnte an Wachstum einbüßen, da Java EE 5 und das für 2008 geplante Java EE 6 positiv von der Community und Industrie angenommen werden. Da viele Kritikpunkte von J2EE in JEE ausgebessert wurden und auch ein paar Ideen von Spring übernommen wurden, hat es Spring als inoffizieller Parallel-Standard zunehmend schwerer, sich überzeugend neben dem echten Standard JEE zu positionieren.
Bei den IDEs könnte Netbeans weiter etwas aufholen, auch wenn Eclipse ungefährdet an der Spitze bleiben wird. Durch weitere Innovationen und das Finden von weiteren Nischen sichert sich Netbeans das Fortbestehen.
Die Java Plattform wird vermehrt ohne die Sprache Java eingesetzt. Stattdessen werden zunehmend modernere Programmiersprachen wie Groovy, Scala und Ruby eingesetzt, die direkt und hochperformant auf der JVM laufen und auf bestehende Java APIs zurückgreifen. Zwar denke ich, dass zumindest in den nächsten fünf Jahren Java als Sprache unangefochten den Spitzenplatz einnehmen wird. Aber es wird zum einen einige innovative Projekte geben, die komplett auf die Sprachalternativen setzen und zum anderen werden immer mehr Teilanwendungen in anderen Sprachen entwickelt. Gewisse Anforderungen lassen sich mit anderen Sprachen wesentlich effektiver erfüllen. Scala, welches die objekt-orientierte und die funktionalen Programmierwelt verschmelzt, ist ein besonders interessanter Kandidat.
Statische Typisierung wird wieder attraktiver, da man die Vorteile gebenüber untypisierter Sprachen wiederentdeckt, wie Fehlervermeidung und statische Codeanalyse Tools.
Java 7 wird 2008 fast fertig aber wohl erst Anfang 2009 final veröffentlicht. Besonders spannend ist, ob und welches Proposal zu Closures integriert wird.
Apple hat sich 2007 von Java eher distanziert: zum einen gibt es immer noch kein offizielles Java 6 für OS X und das iPhone kam komplett ohne Java Unterstützung. Deshalb denke ich zwar, dass 2008 Java 6 für OS X Leopard veröffentlicht wird, aber Java 7 wird eventuell nicht mehr federführend von Apple entwickelt werden. Die Community und vielleicht auch Sun könnten hier 2008 und 2009 in großen Teilen einspringen.
Im Bereich der Mobilgeräte hat das iPhone den Weg für eine neue Gerätegeneration geebnet. Spannend bleibt, wie sich die Rolle von Java in diesem Segment entwickelt. Während das iPhone ein Dämpfer für das mobile Java war, setzt die zukünftige Plattform Android von Google klar auf Java. 2008 fällt Java in diesem Segment eher erstmal zurück, das iPhone und Windows Mobile Geräte (insbesondere von HTC) sichern sich weitere Marktanteile. Andere Hersteller wie Nokia mit seinem N95 lassen aber dennoch hoffen. Für Mitte 2008 werden die ersten Android-Geräte erwartet, ab 2009 könnte Android dann eine ernstzunehmende mobile Plattform sein.
Als Client-Technologie auf dem (privaten) Desktop und als Rich Internet Application wird Java etwas aufholen aber weiterhin eher die Ausnahme bleiben. JavaFX wird zwar positiv aufgenommen wird aber eine Nischentechnologie bleiben. Native Applikationen, Flash und JavaScript basierte haben hier einfach zu große Marktanteile. In Unternehmen, gerade wenn bereits eine Java Infrastruktur besteht, könnten Java-basierte Clients deutlicher wachsen. Die beiden RCP Plattformen von Eclipse und Netbeans könnten dem weiteren Antrieb geben.
Zusammenfassend denke ich, dass sich 2008 wieder einiges in der Java Welt geschehen wird. Man darf gespannt sein – gespannt bin ich auch auf die Leser-Kommentare und hoffe dass es vielleicht die ein oder andere spannende Diskussion geben wird.



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